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Stadtentwässerung Kaiserslautern
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67659 Kaiserslautern

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Gebühren  
Regenwasserbewirtschaftung

Eine gerechte Gebühr

1976 führte die Stadtentwässerung Kaiserslautern eine getrennte Gebühr für die Entsorgung von Schmutz-
und Niederschlagswasser ein. Allerdings ist dies nach bundesdeutschem Recht unerlässlich, sollten mehr
als 15% der betriebseigenen Kosten des Baus, der Bewirtschaftung, der Instandhaltung des Kanalnetzes sowie
der Abwasserreinigungsanlagen durch Niederschlagswasserbehandlung verursacht werden. Die Regelung soll
dem Verursacherprinzip stärker gerecht werden. Das Schmutz- und Niederschlagswasser wird  zu großen Teilen
im sogenannten Mischsystem in das Kanalnetz abgeleitet. Schmutz- und Regenwasser werden dabei in einem
Kanal gemeinsam transportiert. 

Um der Gefahr eventuell drohender Überflutungen durch erhöhte Niederschlagsmengen entgegenzuwirken,
sind Mischwasserkanäle in ausreichender Größe zu planen. Der dreifache Durchmesser gewöhnlicher Schmutzwasserkanäle ist dafür durchschnittlich zu veranschlagen. Mischwasser muss vor seiner Einleitung
in die Gewässer mittels unterschiedlicher Maßnahmen behandeln werden. Wie gewöhnliches Schmutzwasser durchläuft es zu diesem Zweck die Kläranlage der Stadtentwässerung Kaiserslautern. Der dafür notwendige Mehraufwand wird wetterunabhängig über die Niederschlagswassergebühr vergütet. In Kaiserslautern beträgt
die Gebühr für Regenwasser pro Quadratmeter regenableitender Fläche und Jahr 0,50 Euro.
Für die Gebührengerechtigkeit ist es dabei unerheblich, ob das in die Kanalisation abgeleitete Regenwasser in
ein nahe gelegenes Gewässer (Trennsystem) oder in die Kläranlage (Mischsystem) geleitet wird.

Am Regen sparen

Sie sparen lieber, als unnötig Kosten zu verursachen? Denken Sie umweltbewusst. Gerade im Bereich
des Niederschlagswassers ist ein sinnvoller Umgang gleichbedeutend mit dem Schutz des natürlichen Wasserkreislaufs, verbesserten klimatischen Bedingungen, dem Hochwasserschutz und letztlich auch der
Entlastung des Gebührenzahlers. Ein kleiner Aufwand, mit einer großen Wirkung also.

Die ökologische und ökonomische Regenwasserbewirtschaftung zeichnet sich dabei durch drei Grundsätze aus:

Versiegelung vermeiden

Jede versiegelte Fläche verursacht Kosten. Regenwasser wird verschwendet. Die zur Ableitung des Niederschlags genutzten Kanäle werden unnötig belastet. Eine kritische Prüfung geplanter Versiegelungen hilft den eigenen Geldbeutel zu schonen, die Umwelt zu schützen sowie den Regen vermehrt in natürliche Bahnen zu leiten. Sollte dennoch eine Befestigung des Untergrundes unumgänglich sein, so achten Sie auf deren Durchlässigkeit. Selbst Dachflächen können helfen, Wasser zu speichern (z. B. Gründach) und so die Ableitung des Regens in künstliche Kanalnetze auf ein Minimum zu reduzieren.

Versiegelung - minimal versiegelt
minimal versiegelt
Versiegelung - weitgehend versiegelt
weitgehend versiegelt

 

Versickerung ermöglichen

Flächen- und Muldenversickerung sind zwei der möglichen, genehmigungsfreien Varianten, dem Regen seinen natürlichen Weg in den Untergrund zu bahnen. Für die Rigolen- und Schachtversickerung hingegen benötigen Sie
die Erlaubnis der unteren Wasserbehörde.

Regenwasser sinnvoll nutzen

Die Ressource Regenwasser als kostengünstige „Wasseralternative“ zu verstehen, erfordert Flexibilität und
Mut zum Umdenken. In jedem Haushalt oder Garten finden sich Möglichkeiten, Trinkwasser durch Regenwasser
zu ersetzen. Dies gilt inbesondere bei der Gartenentwässerung. Bei der Nutzung von Regenwasser für die
Waschmaschine und Toilettenspülung sind erhebliche technische Aufwendungen notwendig, die insbesondere hygenisch einwandfrei gehalten werden müssen. Es ist hierbei ratsam, dass vor der Installation eine Wirtschaftlichkeitsrechnung durchgeführt wird. Bei den derzeitigen Wasserpreisen wird diese Wirtschaftlichkeit allerdings selbst nach 20 Jahren nicht erreicht.

Für den Einbau von Regenwassernutzungsanlagen gilt die DIN 1989. Regenwassernutzungsanlagen sind anzeigepflichtig.

In jedem Fall ist auch für das genutzte Regenwasser eine Abwassergebühr zu entrichten. Hierzu ist der Einbau einer Mengenmessung erforderlich oder es kann eine Pauschalierung erfolgen.

Regenwassernutzung - Außentank
Regenwassernutzungsanlage mit Außentank

Regenwassernutzung - Innentank
Regenwassernutzungsanlage mit Innentanks