Stadtentwässerung Kaiserslautern
Blechhammerweg 50
67659 Kaiserslautern
Störungsmelder: 0631 / 37 23 0
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Vorklärung
1. Stufe: Mechanische Reinigung
Das zu behandelnde Abwasser, täglich ca.
60.000 m³, passiert zunächst die Feinstrechen,
die mit einem Stababstand von drei Millimetern erste grobe Verunreinigungen wie Papier, Hygieneartikel oder Speisereste aus dem Schmutzwasser filtern. Das anfallende Rechengut (etwa eine Tonne pro Tag) wird nachfolgend gewaschen, entwässert
und der ordnungsgemäßen Verwertung zugeführt. Im nächsten Reinigungsschritt verringert der belüftete, zweistraßige Sand-Fettfang die Fließgeschwindigkeit des Abwassers auf ca.
30 cm pro Sekunde. Mitgeschwemmter Sand setzt sich am Boden ab. Das Fett sammelt sich an der Wasseroberfläche. Eine grobblasige Belüftung unterstützt diesen Prozess zusätzlich.
Der so gesammelte Sand (ca. eine Tonne pro Tag) wird gemeinsam mit dem Sand aus der Kanalreinigung in einer Sandaufbereitungsanlage behandelt. Die Wiederverwertung des Sandes z. B. für Kanalbaumaßnahmen steht dabei
im Vordergrund. Das abgezogene Fett gelangt in die Faulbehälter, wo der organische Anteil in Klärgas umgewandelt wird.
Auf dem weiteren Weg des Abwassers liegen derweil Vorklärbecken, in denen sich durch eine weitere Verringerung
der Fließgeschwindigkeit feine organische Stoffe, sogenannter Primärschlamm, absetzen. Die Becken übernehmen eine weitere Funktion als Puffer- oder Sammelbecken (z. B. bei Ölunfällen).
2. Stufe: Biologische Reinigung / Nachklärung / Schönungsteiche
Die mechanische Reinigung entzieht dem Abwasser etwa
30% seiner mitgeführten Schmutzfracht. Gelöste, zumeist organische Stoffe verbleiben im Wasser.
In drei parallelen Belebungsstraßen mit einem Volumen
von insgesamt 22.500 m³, die mäanderförmig durchflossen werden, wird durch Turboverdichter komprimierte Luft in die Belebungsbecken eingeblasen. Die Becken sind als Kaskadenbecken mit einzelnen Kammern konzipiert, die wahlweise unbelüftet oder belüftet betrieben werden können.

Nachklärung
Der Sauerstoffeintrag und die Kammerregelung erfolgen über ein Leitsystem mit vorgelagerter Online-Messtechnik automatisch. Diese Anordnung und Technik ermöglicht eine optimale Abwasserreinigung durch Anpassung auf die jeweiligen Lastzustände bei möglichst geringem Energieeintrag.
Chemische Fällung
Phospat (P) wird neben dem biologischen Abbau zusätzlich durch chemische Fällung eliminiert. Hierfür kommt ein alkalisches Fällmittel zum Einsatz.
Nachklärbecken
Der Belebtschlamm fließt aus dem Belebungsbecken in die drei nachgeschaltete Nachklärbecken mit einem
Volumen von insgesamt 28.500 m³. Durch die erneute Reduzierung der Fließgeschwindigkeit wird das
Wasser-Schlamm-Gemisch getrennt. Der Schlamm sinkt zu Boden. Ein Großteil des Schlamms, der sogenannte Rücklaufschlamm, wird in die Belebungsbecken zurückgepumpt. Dies verfolgt den Zweck, den Biomasseanteil
in allen Belebungsbecken konstant zu halten. Überschussschlamm wird je nach verfahrenstechnischen Erfordernissen entnommen und der Schlammbehandlung zugeführt.
Schönungsteiche
Das biologisch und chemisch gereinigte, klare Abwasser fließt zur weiteren Qualitätsverbesserung über drei Schönungsteiche mit einer Oberfläche von 50.000 m² und einem Volumen von 70.000 m³. Anschließend erfolgt die Einleitung in den Wasserkreislauf über den Vorfluter Lauter. Die Aufenthaltsdauer des Abwassers in der Anlage beträgt je nach Zulaufmenge zwischen 20 und 36 Stunden.
Neben der Abwasserreinigung ist die Schlammbehandlung ein wesentlicher Bestandteil der Kläranlage.



